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Benifuuki, Sunrouge und GABA - Drei Funktionstees

Benifuuki, Sunrouge und GABA zählen zu den Funktionstees. Dieser Blog Post beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Was sind Funktionstees? Wie werden diese hergestellt? Welche Auswirkungen haben sie?

Benifuuki, Sunrouge, GABA (Gabaron) und Mizudashi zählen zu der Gruppe der sogenannten Funktionstees. Mit der Zubereitung und den Vorteilen von Mizudashi Tee haben wir uns bereits letzte Woche in unserem Blog Post Kalter Grüntee - Eine andere Art der Zubereitung beschäftigt. Deshalb geht es heute um die anderen drei Tees.

Was zeichnet Funktionstees aus?

In erster Linie steht bei dieser Gruppierung die Auswirkung auf den Organismus im Mittelpunkt. Dabei zielen bestimmte Herstellungsverfahren auf positive Effekte durch die, in der jeweiligen Teesorte vorhandenen, Inhaltsstoffe ab. Es gibt eine Vielzahl von Funktionstees und auch in Zukunft werden wohl noch Weitere auf dem Markt erscheinen. Heute wollen wir uns jedoch ausschließlich den drei oben genannten Funktionstees widmen. 

Japanischer Grüntee Zubereitung

Herstellungsverfahren der Tees

Wie oben bereits erwähnt, unterscheiden sich die Funktionstees zum Teil von den üblichen Herstellungsverfahren. Deshalb erklären wir euch hier in Kürze die Verarbeitung der drei Grüntees. 

a) Benifuuki Tee

1993 kam dieser Tee durch die Kreuzung der beiden Teepflanzen Var. Assamica und Var. Sinensis (Yabukita) auf den Markt. Diese Teesorte wird nicht beschattet. Außerdem werden die Teeblätter nach der Ernte zunächst etwa drei Monate gelagert und langsam fermentiert. Es folgt eine heiße Dämpfung.

b) Sunrouge Tee

Bei diesem Grüntee handelt es sich um eine spezielle Züchtung, welche nach mehrjährigen Testverfahren durch botanische Kreuzungen der Cha Chuukanbohon Nou 6” - Teesorte im Jahr 2009 entstanden ist. Hierbei ist besonders wichtig, dass die Teeblätter aus einer späten Ernte mit geringer Trocknung stammen. 

c) GABA Tee

Dieser Funktionstee kam 1987 in Japan auf den Markt. Damals hat der japanische Professor Tojiro Tshushida festgestellt, dass sich eine hohe Menge an GABA (spezielle Aminosäure) durch die Stickstoffzugabe auf die Teeblätter entwickelt. Der Stickstoff wird dabei nach der Ernte und vor der Dämpfung hinzugefügt. 

Wie werden diese Tees zubereitet?

Bevor es um deren potentiellen, gesundheitlichen Auswirkungen geht, seht ihr in der folgenden Tabelle auf was es bei der korrekten Zubereitung der einzelnen Funktionstees ankommt:

Teename

Teemenge

Wassermenge

Wassertemperatur

Ziehzeit

Benifuuki

ca. 6g

200ml - 300ml

60°C

2min

Sunrouge

ca. 6g

200ml - 300ml

70°C -  75°C

2min - 5min

GABA

ca. 6g

200ml - 300ml

70°C

70sek - 3min


Wie ihr sehen könnt, gibt es zum Teil große Unterschiede in den Ziehzeiten. Diese hängen vor allem von der gewünschten “Funktion” des Tees ab. Sprich: Was wollt ihr mit dem Genuss der spezifischen Teesorte erreichen. Je nach gewünschtem Effekt, verkürzt oder verlängert ihr die Ziehzeit. Was das konkret heißt, erklären wir euch jetzt bei den einzelnen Vorteilen der drei Tees.

Hand hält Grünteekanne

Welche Wirkungen stehen im Mittelpunkt?

a) Benifuuki Tee

Der catechin-stärkste Grüntee zeichnet sich nicht nur durch seine methylierten Catechine (insbesondere EGCG), sondern auch durch seine wertvollen Bitterstoffe (insbesondere Ellagitannine) aus. Diese Inhaltsstoffe sollen sich laut wissenschaftlicher Studien positiv auf Allergien, wie Heuschnupfen und Neurodermitis, auswirken. Zudem soll der Benifuuki Tee stoffwechselfördernde Effekte zur Folge haben. (siehe Quellen Nr. 1 und Nr. 2)

b) Sunrouge Tee

Dieser Grüntee weist nicht nur den höchsten Anteil an speziellen Anthocyanen auf, welcher zu einer Rotfärbung der Teeblätter führt, sondern besitzt zudem methylierte Catechine. Diese Kombination der Inhaltsstoffe soll diverse gesundheitsfördernde Wirkungen haben. So wird in einer wissenschaftlichen Studien von positiven Effekten auf die Sehkraft gesprochen. Außerdem geht man von antibakteriellen und antiviralen Kräften aus. (siehe Quelle 3) Für gezielte therapeutische Effekte sollte dieser Tee 5 min ziehen. Vor Genuss, dienen ein paar Zitronenspritzer zur Stabilisierung der enthaltenen Anthocyanen.

c) GABA Tee

Bei diesem Funktionstee ist eine extrem große Menge der besonderen Aminosäure GABA vorhanden. Diese soll, in Verbindung mit den enthaltenen Catechinen und anderen Grüntee-Inhaltsstoffen, zahlreiche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Demnach behaupten wissenschaftliche Studien, dass der Konsum von GABA Tee gegen Bluthochdruck und Schlafprobleme wirkt. (siehe Quelle 4 und 5). Auch dieser Tee sollte für intensivere Effekte länger, sprich 3 min, ziehen. Für potentiell entspannende Wirkungen beträgt die Ziehzeit 30 sek.   

Alle drei genannten Funktionstees weisen noch weitere, angebliche gesundheitsfördernde Wirkungen auf. Funktionsübergreifend ist abschließend festzuhalten, dass wir aufgrund der geltenden Health Claim Verordnung auf jegliche, endgültige Aussagen bzgl. der gesundheitlichen Effekte verzichten müssen.

Jetzt interessiert uns aber, ob ihr denn schon Erfahrung mit dem ein oder anderen Funktionstee gesammelt habt? Falls nicht, seid ihr jetzt vielleicht neugierig geworden? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

 Sencha in der Tasse mit Sieb

Quellen: 

1. Maeda-Yamamoto, Mari; Ema, K. et al. (2012): „Epicatechin-3-O-(3″-O-methyl)-gallate Content in Various Tea Cultivars (Camellia sinensis L.) and Its in Vitro Inhibitory Effect on Histamine Release.“,  verfügbar beim Journal of Agriculture and Food Chemistry unter: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/jf204497b

2. Maeda-Yamamoto, Mari; Kawahara H.,  et al. (1998): „Effects of tea infusions of various varieties or different manufacturing types on inhibition of mouse mast cell activation“, verfügbar beim Journal Bioscience, Biotechnology and Biochemistry unter: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1271/bbb.62.2277

3. Fleschhut, Jens (2004): Untersuchungen zum Metabolismus, zur Bioverfügbarkeit und zur antioxidativen Wirkung von Anthocyanen", Dissertation an der Fakultät für Chemie und Biowissenschaften, verfügbar beim Karlsruher Institut für Technologie unter: https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000002640

4. Shau-mei Ou, Andy; Tsai, Yung-sheng; Wang, Hsueh-fang (2009): „Biological functions and Manufacturing of GABA Tea“, in: Tea and Tea Products, Chemistry and Health Properties; Editoren: Ho, Chi-Tang; Lin, Jen-Kun; Shahidi, Fereidoon; verfügbar unter: https://www.taylorfrancis.com/books/9780429117831

5. Cheng, Tsun-Chi; Tsai, Jui-Feng (2009): „GABA Tea Helps Sleep“, verfügbar im Journal of Alternative and Complementary Medicine unter: https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/acm.2009.0023

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