In Japan, dem Land mit der wohl weitgehendsten Tradition was den Konsum von Grüntee angeht, wird die Zubereitung in zum Teil mehrstündigen Tee-Zeremonien gefeiert. Von einfachem Tee kochen kann hier nicht mehr die Rede sein.

Tatsächlich hat die Zubereitung des Tees einen großen Einfluss auf dessen Geschmack und Inhaltsstoffe. So können schon kleine Variationen bei den Ziehzeiten zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Um das bestmögliche Resultat im Hinblick auf die Aromen und Geschmacksnoten des Grüntees zu erzielen, müssen die Art, die Dosierung, die Qualität, die Ziehzeit und sogar die Wassertemperatur bekannt sein. 

Warum schmeckt euer Grüntee manchmal bitter? 

Allgemein kann man sagen, dass der Tee bei einer zu langen Ziehzeit schnell ein bitteres Aroma entwickelt, weshalb Ziehzeiten über drei Minuten vermieden werden sollten. Vor allem qualitativ hochwertige Tees müssen tendenziell kürzer ziehen. Generell spielen natürlich auch die persönlichen Vorlieben eine große Rolle. So bevorzugt manch einer eher leichte Ausprägungen der verschiedenen Geschmacksnuancen, während andere stärkere Aromen vorziehen. Damit einem der eigene Grüntee wirklich immer schmeckt, sollte man das Zubereitungsverfahren solange variieren, bis man das für sich beste Ergebnis erzielt hat. Und dann natürlich nicht vergessen alle wichtigen Punkte zu notieren, damit bei der nächsten Tasse Grüntee der Prozess nicht wieder von vorne anfängt :-)

Aber was sind jetzt die genauen Ziehzeiten, Wassertemperaturen und Dosierungen, die das Beste aus den verschiedenen Teesorten herausholen?

Tabelle für die richtige Grüntee Zubereitung

Art

Dosierung

Qualität

Wassertemperatur

Ziehzeit

Gyokuro

10g

Premium

50°C - 65°C

2,5 min.

Gyokuro

10g

Standard

60°C - 70°C

2 min.

Sencha

6g

Premium

55°C - 70°C

2 min.

Sencha

10g

Standard

80°C - 90°C

1 min.

Bancha

15g

-

100°C

0,5 min.

Hojicha

15g

-

100°C

0,5 min.

 

Neben diesen Ziehzeiten, ist auch die Qualität des Wassers enorm wichtig. Optimalerweise hat das Wasser einen pH-Wert unter 7. Keine Angst, für alle die kein Chemielabor für die Zubereitung ihres Grüntees aufbauen wollen: das Wasser sollte rein, geruchlos, farblos und nicht zu hart sein. Am besten nehmt ihr also Mineral- oder Quellwasser.

Wie entstehen die verschiedenen Aromen bei ein und demselben Grüntee?

Der Geschmack des Tees wird hauptsächlich durch die im Wasser gelösten Catechine, Aminosäuren und Koffein bestimmt. Während die Aminosäuren für ein süßes, rundes Aroma verantwortlich sind, machen Koffein und Catechine das Getränk eher bitter. Beim Aufgießen lösen sich die Aminosäuren zuerst aus den Teeblättern, weshalb eine kurze Ziehzeit einen leichten, süßlichen und runden Geschmack zur Folge hat. Wer seinen Tee nicht zu bitter mag, aber trotzdem nicht auf den Wachmacher Koffein verzichten möchte, sollte demnach eine mittlere Ziehzeit wählen.

Ihr seht schon, es ist gar nicht so einfach die perfekten Ziehzeiten zu finden, da diese stark vom individuellen Geschmack und Bedürfnis abhängig sind. 

Deshalb: Probiert einfach verschiedene Temperaturen, Dosierungen, Teesorten, Qualitäten und Ziehzeiten aus, bis ihr das für euch perfekte Aroma gefunden habt.

Falls wir es nicht geschafft haben, euch die Kunst der Grüntee Zubereitung näher zu bringen und ihr noch offene Fragen habt, schreibt uns gerne an.

Was sind eure bisherigen Erfahrungen mit Ziehzeiten bei eurem Lieblings Grüntee?

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